Aus den Geschichtsbüchern

Zum erstenmal wird Tüßling im Salzburger Güterverzeichnis Notitia Arnonis unter Herzog Theotpert (716-725) als "Tuzzilingen" genannt. Der Markt gehörte seit jeher zur Pfarrei Burgkirchen am Wald (Pfarrkirche St. Rupert, Ende 15. Jh. Bis 1513, Ausstattung Barock). Zu weiteren interessanten Gebäulichkeiten zäht die Wallfahrtskirche in Heiligenstatt, deren 625-jähriges Wallfahrtsjubiläum bereits gefeiert werden konnte (Chor 14. Jh., Langhaus 15. Jh., im 18. Jh verändert), sowie das zum Teil noch aus dem 16. Jh. stammende ehemalige Hofmarksrichterhaus, seit 1978 Rathaus.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Tüßling zu einem kleinen Mittelpunkt im Mörntal. Seit dem 10. Jh. war Tüßling Sitz eines Adelsgeschlechts. Das derzeitige Schloss wurde von Johann Veit von Toerring anstelle einer Burg neu erbaut und 1583 vollendet. Zwar herrschte in den Anfängen des Marktes das Handwerk vor, doch die Erträge dürften nicht fürs Leben gereicht haben, denn viele Handwerker betrieben nebenbei noch eine kleine Landwirtschaft.

Besonders zu leiden hatte Tüßling unter den Kriegszügen jener Zeit. Im 18. Jahrhundert brannte der südliche Teil der Anwesen am Marktplatz teilweise völlig nieder. Aber auch der 30-jährige Krieg setzte dem Markt stark zu. 1369 wurden die Grafen Toerring die Herren von Tüßling. Diese erhielten 1377/1379 von den Herzögen von Bayern Friedrich, Steffan und Johannes das Marktrecht verliehen.



Seine eigentliche Blüte aber hatte Tüßling im 19. Jahrhundert. Damals erhielt die Gemeinde im Kern auch ihr jetziges Aussehen. Der Ort bestand aus zwei Gemeinden:
Tüßling Markt (462 Einwohner) und Tüßling Vormarkt (201 Einwohner). Beide wurden 1899 zu einer Gemeinde vereinigt.

Die wirtschaftliche Struktur des Ortes änderte sich in den letzten 100 Jahren erheblich. Die Industrialisierung ließ viele Menschen Arbeit in den Fabriken suchen. Neben Landwirten und Geschäftsleuten entstand eine dritte Bevölkerungsgruppe, die Fabrikarbeiter.
Eine weitere Veränderung erlebte der Markt nach dem 2. Weltkrieg. Lebten 1939 hier rund 900 Einwohner, so stieg die Einwohnerzahl in den ersten Jahren nach Kriegsende um mehr als das Doppelte. Die Folgelasten (Schule, Kindergarten, Straßenbau, Wasserversorgung, Kanalisation, Sportzentrum) waren enorm. Tüßling musste große Anstrengungen unternehmen, mit einer stets dünnen Finanzdecke die Probleme zu bewältigen.

1970 wurde Mörmoosen (ehemals Lkr. Mühldorf), 1971 Unterburgkirchen eingemeindet. Heute ist der Markt als Wohngebiet sehr begehrt. Er bietet nicht nur durch den Bahnanschluss günstige Verkehrsanbindungen, sondern auch ruhige Wohnlagen und eine Umgebung, die dem Menschen Ruhe und Erholung in den Wäldern rund um Tüßling auf den zahlreichen Wanderwegen geben kann.                    
Quelle: Heimatbund Tüßling